"Come on, Fresher!"

Nach nur zwei Wochen aktiver Teilnahme am Rugbytraining war es endlich soweit: Die Willkommen-Im-Team-Veranstaltung.
Ich habe ja wirklich schräges Zeug erwartet, aber die Mädels haben alle Erwartungen und Befürchtungen übertroffen. Im Prinzip erinnerte es an einen Kindergeburtstag. Nur das der Kuchen durch Bier und die Limonade ebenfalls durch Bier ersetzt wurde. Süßigkeiten gab es aber jede Menge, doch dazu später mehr.
18:30 Uhr trafen sich die Freshers und die Old Girls auf dem Rugby Feld. Wir hatten den Verdacht, dass das Ganze anstrengend werden würde, als wir die Old Girls zu Gesicht bekamen. Alle waren schwarz angezogen und hatten sich, als würden sie in den Krieg ziehen wollen, schwarze Streifen auf die Wangen gezeichnet.


Das ist Jo. Sie ist die Partymanagerin der Mädels und hat sich den ganzen gemeinen Kram für uns ausgedacht. Man erkennt das triumphierende Grinsen deutlich!

Wir hatten uns gleich zu Beginn alle in einer Linie aufzustellen und wurden zunächst in Paare aufgeteilt. Jedes Paar bekam dann ein Old Girl zugeteilt. Uns wurde dann verkündet, dass wir an diesem Abend verschiedene Aufgaben zu erfüllen hätten, für die wir Punkte bekommen würden. Ziel war es also zu punkten!


Unser freundliches Old Girl Anna (rechts) drückte meiner Partnerin Suppa (links) und mir zuerst einen Müllsack in die Hand, den wir wie eine Art T-Shirt anziehen sollte. Gesagt, Getan. Anschließend stürmten die Old Girls auf ihre Freshers zu um ihnen Haare und Gesichter anzumalen, denn wir sollten nichts anderes werden als Oompa-Loompas! Es hat unser Old-Girl einiges an Verhandlungskunst gekostet bevor ich mich hinreißen ließ mir die Haare ansprühen zu lassen.


Der Schock war gerade überstanden, da wartete die nächste Aufgabe: Orangene Theaterschminke. Schick schick! Suppa und ich hätten damit jeden Freak Wettbewerb gewonnen.


Als nächstes durften wir uns wieder in einer Linie aufstellen und bekamen den Auftrag den Oompa-Loompa Song zu singen. Ich habe weder Text noch Melodie jemals zuvor gehört, aber es scheint hier fast Volksliedcharakter zu haben. Suppa brüllte so laut mit, dass das Fehlen meiner Stimme garnicht auffiel. Ich wippte brav zum mehr oder weniger vorhandenen Takt.

Dann begann der sportliche Teil. Die Anweisungen habe ich tatsächlich nie selbst verstanden, sondern mir immer von Suppa erklären lassen müssen, oder wüsste einer von auch auf Anhieb was "Schubkarrenrennen" auf englisch heisst?
Dieses Rennen war der Anfang eines kleinen Hürdenlaufes. Die nächste Hürde war es eine Dose Bier, leider kein Guiness, so schnell wie möglich zu leeren. Danach durften wir natürlich eine Runde Sprinten. Am Ende der Sprintlinie sollten wir uns ein paar Runden um unsere eigene Achse drehen und anschließend wiederum eine Dose Bier leeren. Was auch sonst. Die nächste Aufgabe war die widerlichste. Wir sollten aus einer Schüssel mit Mehl nur mit dem Mund soviele Süßigkeiten wie möglich herausangeln. Ich hatte Mehl überall! In den Tränendrüsen, in der Nase, am Gaumen, auf dem Zahnfleisch, WIDERLICH.
Zum Abschluss der Staffel wurden immer zwei Fresherpaare zusammen um einen halben Liter Bier gestellt und durften dieses mit Sangriastrohhalmen schnellstmöglich vernichten. Am Ende waren es 3 Becher Bier die wir in kürzester Zeit runterbrachten, da die Old-Girls entscheiden durften wann wir genug hatten.

Mit Mehl vollgesaut und den ersten Bierwirkungen war die letzte sportliche Aufgabe vom Rugbyplatz aus runter zur Falmer Bar zu rennen. Normalerweise schafft man das in geschätzten 7 Minuten. Uns wurde das jedoch wiederum erschwert. Einer pro Paar war blind, der andere stumm. Ich habe Anna gebeten dieses Bild für die Nachwelt festzuhalten!


Ich hakte mich an Suppas Gürtel fest und wir schafften es von 10 Paaren als Fünfte in der Bar einzutreffen. Der schwierigste Teil war also überstanden und ich hatte tatsächlich riesig Spaß dabei.

In der Bar hatten wir ein paar weitere kleine Aufgaben zu bewältigen. So sollten wir unter anderem Wäscheklammern an anderen Bargästen befestigen ohne das diese es bemerken. Dann sollten wir jemanden den wir nicht kennen dazu kriegen uns einen Schnaps auszugeben (wir hatten immernoch grüne Haare und orangene Gesichter) und uns anschließend auf keinen Fall bedanken. Eine Todsünde auf englischem Boden! Eine andere Aufgabe war 0,5 Liter Bier aus etwas anderem als einem Glas zu trinken. Man hatte Nachsicht mit mir und ich durfte eine Cola aus der Chipstüte schlürfen. Mhjammi! An den Rest der Aufgaben kann ich mich nicht mehr erinnern, da Suppa, Anna und ich vor lauter Laberei vergessen hatten die Liste weiter abzuarbeiten. Anna schummelte uns am Ende die nötigen Punkte dazu.

Für mich endete der Abend dann kurz nach 22:00 Uhr. Es war mir einfach unmöglich den Gesprächen der Mädels weiter zu folgen. Es war laut und 30 Frauen quatschten die ganze Zeit wild durcheinander, alles Britinnen. Irgendwann war es mir einfach zu blöd zum 30sten Mal um Wiederholung des Gesagten zu bitten.

Alles in Allem ein fantastischer Abend mit ner Menge schrägem Spaß und viel zu viel Bier in zu kurzer Zeit.


Kommentare

  1. Wie geil... Gästen Wascheklammern anzwicken... das fetzt. *ne große Tüte Wäscheklammern mit in die 61 nehm*

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