Wenn stets alles gelingt verliert man die Kreativität für Krisenmomente und versinkt im inneren Chaos der fehlgeschlagenen Pläne. Queen Anne 23.12.09 02:30 Uhr
Das erste Trimester ist tatsächlich mit dem morgigen Tag Geschichte. Damit liegt offiziell bereits 1/3 England hinter mir. Es ging so rasend schnell vorbei und doch blieben soviele Eindrücke an mir kleben. Ich habe das Gefühl noch n ie so bewusste drei Monate erlebt zu haben. Dank der Hilfe von Bruce habe ich es gestern pünktlich geschafft meinen Trimester Essay in einem passablen Englisch abzugeben. Es bleibt abzuwarten was die Professoren vom Inhalt halten. Den Haag Die letzten drei Tage rannten nur so an mir vorbei. Ich habe immerhin 2 1/2 Tage in Den Haag verbracht. Dieser Studienausflug hatte letztlich mehrere positive und ein paar negative Auswirkungen auf uns alle. Es begann und endete erstmal ganz furchtbar: Ich musste fliegen! Der Hinflug war noch unter normaler Panik verbuchbar und mit etwas Ablenkung von Bea, meiner Zimmergenossin in den Tagen und neue Freundin, ganz passabel zu überstehen. Der Rückflug jedoch begann mit einem persönlichen Desaster für mich. Die einzige Pe...
Regen. Das beschreibt die letzten 2 Wochen am einfachsten und zutreffendsten. An einem guten Tag sind die Vormittag sonnig und nur die Abende und Nächte verregnet. Meist regnet es hier jedoch durchgängig. Das wäre gut zu ertragen, wenn es nicht überraschender Weise die Engländer von ihrem normalen Alltag abhalten würde. Hier werden zum Beispiel wegen dem Wetter Rugbytraining und sogar Rugbyspiele abgesagt. Das gute Spielfeld mit dem englischen Rasen könnte schließlich in Mitleidenschaft gezogen werden. Sehr iritierend! Der Wind macht das Wetter nicht gemütlicher, verhindert aber in Versuchung zu kommen sich doch noch einen Schirm zu zulegen. Es wäre verschwendete Zeit und Geld. Meine Regenjacke und mein Hut leisten mir hier aber gute Dienste und so komme ich wenigstens halbtrocken durch die Regenzeit. Es könnte schlimmer sein! Es könnte schneien! An diesem Wochenende waren wir noch einmal in London. Natürlich im Regen! Doch auch verregnet ist diese Stadt liebenswert. St. Pauls Cathedra...
Die letzten Tage waren seltsam, denn ein vertrautes Gesicht stürmte meinen liebgewonnen englischen Alltag. Doch ganz entgegen seiner Natur meckert er wenig und lässt sich auf diese neuen Eindrücke ein. Ich genieße es unheimlich ihn um mich zu haben und versuche dieses wunderbar warme Gefühl zu speichern. Es ist spannend dieses Land mit seinen Augen zu sehen. Gleich am ersten Tag schlossen er und Odia Freundschaft. Eine Playstation und ein Fussballspiel machen es möglich. Meine Chancen stehen also gut entgegen aller Erwartungen sogar etwas für das Studium tun zu können. Gestern wollte ich ihm natürlich unbedingt mein London zeigen. Wir brachen viel zu spät in Brighton auf und hatten so vor dem Rugbyspiel was wir im Twickenham Stadion sehen wollten nur noch knapp 2 Stunden in London. Das ist garnichts wenn man die Wege bedenkt die man in dieser Stadt zurücklegt. Dennoch habe ich es noch vor dem sportlichen Teil geschafft ihm Buckingham Palace, Big Ben und Westminster Abbey zu zeigen. Ei...
In England bewirbt man sich um einen Freund und wenn ma n eine gute Bewerbung schreibt bekommt man einen von der Universität geschenkt. Klingt komisch, ist aber so. Ich habe dabei wohl den Jackpot geknackt. Bruce ist gebürtiger Ire und sechsfacher Vater, sowie bald zehnfacher Großvater und hat sich nach seiner Pensionierung als Polizist überlegt Jura zu studieren. Seine akademische Karriere beendete er schließlich mit dem LL.M. in Strafrecht und engagiert sich seitdem als ehrenamtlicher Mentor in verschiedenen Programmen. Nach anfänglicher gegenseitiger Skepsis verfielen wir aber so schnell in stundenlange politische Debatten, dass wir die Angestellten im Uni-Café um ihren geliebten Feierabend brachten. Bruce hat es sich zur Aufgabe gemacht mir ganz Sussex zu zeigen und so sind wir die meiste Zeit in seinem Auto unterwegs und fahren durch die Landschaft. Ich habe ihn heute zum zweiten Mal getroffen und war mit ihm an der östlichen Küste Richtung Hastings unterwegs. Da ich Dienstags n...
Mir tut immernoch alles weh! An diesem Mittwoch war es endlich soweit. Ich hatte mein Debüt im 15er Rugby und in der Mannschaft der Universität Sussex. Vorher trafen wir uns zur gemeinsamen Fahrt nach London und unsere Kapitänin und der jüngere der Trainer übernahmen den Papierkram. Natürlich war mir vor dem Spiel verdammt schlecht. Doch das kenn ich ja schon von mir. Nach dem ersten erfolgreichen Gedränge ging es mir blendend und ich wunderte mich wie schnell der Halbzeitpfiff kam. Tatsächlich war es körperlich aber wahnsinnig anstrengend und als ich für die letzten zehn Minuten de s Spiels ausgewechselt wurde war ich nicht wirklich enttäuscht darüber. Mit den sportlichen Details verschone ich euc h, aber eins muss gesagt werden: WIR HABEN SOWAS VON GEWONNEN! Unser Gegner, die London School of Economics, kam nie dazu sich in unserer Hälfte des Spielfeldes aufzuhalten. Obwohl deren Gedrängespieler einiges mehr an Gewicht und Größe mitbrachten, war es unsere Seite die das Gedränge domin...
Nachdem meine letzte Woche dem Unialltag zum Opfer fiel , hatte ich mir für das Wochenende vorgenommen mich zu amüsieren. Der Spaß begann gleich Freitag Abend nach dem diesmal sehr harten Rugbytraining. Meine Mitbewohnerin Arele hatte mich zu ihrer Geburtstagsparty eing eladen und darauf bestanden, dass ich nach dem Training unbedingt nachkomme! Den Wunsch eines Geburtstagskindes muss man erfüllen, also sc hob ich meinen müden frisch geduschten Rugbyhintern in den nächsten Bus und traf Arele im Nando. Wie ich schnell erkannte war dieses Restaurant eines der vielen Hühnerrestaurants in Brighton. Das bedeutet auf der Karte gibt es nur Gerichte mit Huhn und/oder Salat . Dabei kann man zwischen verschiedenen Beilagen und dem Schärfegrad des Hühnchens wählen. Bis ich und die Kellnerin einander erklärt hatten was vollkommen unscharf heisst und die Bestellung erledigt war, hatte ich bereits fünf der weiteren Gäste Areles kennengele rnt. Lauter Hühner in einem Hühnerladen! Auf dem Foto seht i...
Es gibt schon wieder soviele Dinge zu erzählen, dass ich fürchte dieser Blogeintrag könnte die Leselust des ein oder anderen sprengen. Aber ihr dürft euch natürlich frei fühlen das Ganze in Etappen zu lesen! 1. Der englische Student Aufgrund meiner unterschiedlichen Aktivitäten habe ich die Möglichkeit das Studentenleben hier von ganz unterschiedlichen Seiten aus zu betrachten. Da wären zum einen die Mädels aus der Rugby Mannschaft. Die meisten der Ladys kommen frisch vom "Abitur" und erleben die Universität natürlich als aufregenden Platz zum erwerben von Wissen und dem erweitern des eigenen Horizonts. Ja, was ich damit sagen will: PARTY! Die Ladys sind unglaublich. Nahezu jeden Abend betrinken sie sich in einem der vielen Pubs oder Bars auf dem Campus oder machen Brigthon unsicher. Es ist mir ein Rätsel wie die dabei noch ihr Studium schaffen, wobei mir versichert wurde, dass das undergraduate Studium wohl nicht ganz so anspruchsvoll ist. Vielleicht sind sie auch einfach jü...
Gerade zwischen Aufsätze lesen und schlafen gehen habe ich eine kleine Tour durch meinen eigenen Blog gemacht und schon jetzt fühle ich mich nicht mehr wie diejenige, welche die ersten Einträge formulierte. Mein Herz hat mich schon vor einiger Zeit eingeholt und ich erlebe diese neue Welt vollkommen klar und bewusst. Ich spreche diese fremde Sprache, als hätte ich nie etwas anderes getan. Ich gehe auf fremde Menschen zu, als wäre es schon immer so gewesen. Ich lebe in dieser Stadt, in diesem Land. Vor meiner Abreise habe ich mir kaum eine Vorstellung davon gemacht, wie es sein würde hier zu leben. Stets war ich mehr damit beschäftigt mir Sorgen um alles zu machen, mich um das anfallende Chaos zu kümmern und Abschied zu nehmen. Doch jetzt und hier holt mich meine Vorfreude ein und ich verlasse mein Zimmer jeden Tag mit einem Lächeln. Ich bin in England und ich bin glücklich!
Um das Versprechen einzulösen folgen hier die noch fehlenden Bilder meiner Behausung. Fangen wir mit dem Garten an. Ich geh davon aus, dass der darin noch vor sich hin rostende Müll zusammen mit den Bauarbeitern verschwindet. Wenn die Sonne scheint, liegt der Garten ganztägig mitten im Sonnenschein. Von Hier aus kann man die Rückansicht des Häuschens bewundern. Rechts ist das Fenster zum großen Bad in der zweiten Etage und links liegt das beneidenswerte Zimmer meines Mitbewohners Lucasz. Unten natürlich die Küche, aber das wisst ihr ja schon. Dies ist die Vorderansicht des Hauses. Das Fenster oben links gehört zu meinem Kämmerchen, das große Fenster rechts daneben in dieser Art Erker gehört zu Odeas Zimmer, das darunter zu Demis. Zum Abschluss und zum Vergleich dürft ihr noch einen Blick in die Straße in der ich wohne werfen.
Nach nur zwei Wochen aktiver Teilnahme am Rugbytraining war es endlich soweit: Die Willkommen-Im-Team-Veranstaltung. Ich habe ja wirklich schräges Zeug erwartet, aber die Mädels haben alle Erwartungen und Befürchtungen übertroffen. Im Prinzip erinnerte es an einen Kindergeburtstag. Nur das der Kuchen durch Bier und die Limonade ebenfalls durch Bier ersetzt wurde. Süßigkeiten gab es aber jede Menge, doch dazu später mehr. 18:30 Uhr trafen sich die Freshers und die Old Girls auf dem Rugby Feld. Wir hatten den Verdacht, dass das Ganze anstrengend werden würde, als wir die Old Girls zu Gesicht bekamen. Alle waren schwarz angezogen und hatten sich, als würden sie in den Krieg ziehen wollen, schwarze Streifen auf die Wangen gezeichnet. Das ist Jo. Sie ist die Partymanagerin der Mädels und hat sich den ganzen gemeinen Kram für uns ausgedacht. Man erkennt das triumphierende Grinsen deutlich! Wir hatten uns gleich zu Beginn alle in einer Linie aufzustellen und wurden zunächst in Paare aufgeteil...
Für all die Neugierigen unter euch gibt es heute eine kleine Führung durch das Haus in dem ich lebe. Ich wollte euch eigentlich noch mehr Fotos für euch machen, aber leider haben die Akkus meiner Kamera dann aufgegeben und mein Ladegerät dürfte derzeit in Cottbus liegen! Nichts desto trotz sollte es für einen Einblick reichen. Wir beginnen mit dem Blick der sich euch derzeit gleich nach dem Betreten des Hauses bieten würde. Der Teppich wird wohl noch ausgetauscht und ich hoffe auch die Matratze verschwindet dort irgendwann. Die Tür auf der rechten Seite ist die zu Demis Zimmer. In dem Zimmer direkt gegenüber wohnt Arelie. Hinter der Tür auf der linken Seite liegt eine kleine Gästetoilette. Zwischen Demis und Arelies Zimmer liegt der Durchgang zum Wohnzimmer. Die Tür durch die ihr gerade gegangen seit findet ihr rechts hinten im Bild. Der Teppich der dort zusammengerollt an der Wand steht ist wohl der für den Flur. Die Doppeltüren gegenüber führen auch in Demis Zimmer, werden aber von ...
Wir bestehen alle nur aus buntscheckigen Fetzen, die so locker und lose aneinanderhängen, dass jeder von ihnen jeden Augenblick flattert, wie er will; daher gibt es ebenso viele Unterschiede zwischen uns und uns selbst wie zwischen uns und den anderen . Michel de Montaigne, Essais, Zweites Buch, 1 (Pascal Mercier, "Nachtzug nach Lissabon")
Da England mich so sehr liebt, dass es mir vor allem sonnenreiche Tage schenkt, habe ich das Wochenende an der frischen Luft verbracht. Samstag Nachmittag beschloss ich meine zarte wieder gewonnene Fröhlichkeit durch Sonne tanken an der Küste zu stärken. Das verband ich mit Natur Sightseeing und besuchte, auf den Rat eines ehemaligen Brightenors aus Dresden, die Seven Sisters. Diese Schwestern sind eine Kreidefelsgruppe an der englischen Küste. Eine Stunde Busfahrt auf der Küstenstraße brachte mich nach Seaford. Dort am Strand angelangt führte mich mein Weg direkt durch ein Naturreservat und trotz des fantastischen Wetters waren kaum andere Menschen unterwegs. Aber lasst die Bilder einfach auf euch wirken. Nachdem ich mich dann zwei Hügel hinauf gequält hatte, konnte ich die Sicht auf die Schwestern genießen. Es war wahnsinnig beeindruckend. Ich bin sicher das die Gewaltigkeit des Ganzen auf diesen Bildern keinesfalls rüber kommt, aber vielleicht lässt sich die Schönheit dahinter ja er...