Venedig
Als ich London zum ersten Mal sah, war mein
Kopf voll mit Gedanken. Ich war angefüllt mit Worten, die mein englisches Herz
recht treffend beschrieben hätten. Toulouse überraschte mich und dennoch fiel
es mir nicht schwer, die Gemäuer und das Gefühl, das einem diese Stadt gibt, zu
erklären.
Venedig verließ ich sprachlos. Ich suche noch immer nach Worten und ich fürchte, dass auch die Bilder diesem magischen Ort nicht gerecht werden.
Es fehlt der ständige, hauchzarte Geschmack von Salz auf den Lippen, während man auf die Lagune hinausblickt. Es fehlt der weiche Wind im Gesicht, sieht man uns auf dem Vaporetto durch die Kanäle schweben. Es fehlt der Duft von gewaschenem, jahrhundertealtem Stein, wenn es regnet, und das Ziehen der Sonne in den Augen, wenn die Lagune glitzert.
Venedig steht für die Magie des Verfalls. Sie trägt den eigenen Untergang wie ein Hochzeitskleid, voller Stolz und ohne Wehmut. Venezia ist alt und stirbt und dennoch wirkt jeder andere Ort neben ihr schmucklos.
Wer ein
liebendes Herz in sich trägt, wird es an Venedig verlieren!


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