Die geliebte Macht der Gewohnheit
Ich hatte nach fast drei Wochen Deutschlandaufenthalt erwartet mich hier fremd zu fühlen. Ich hatte fest damit gerechnet, dass mir die Umstellung schwer fallen würde, da ich wirklich wieder anfing mich in Dresden zu Hause zu fühlen. Doch schon am Flughafen in London setzte die Routine wieder ein. Kein verhaspeln beim verwenden der englischen Sprache, keine Verwunderung über die unstimmigen Outfits (sondern eher die anerkennende Analyse: Eindeutig Britin!) und kein Gefühl des Verlorenseins. Zurück in Brighton und nach zwei Stunden Erholungsschlaf besuchte mich Bea zum ersten Mal. Bis dahin war ich immer bei ihr reingeschneit. Wir saßen im Wohnzimmer, stopften uns mit Kuchen voll, kicherten, führten ernste Gespräche und schauten Bridget Jones. Ja, mir kam diese Situation auch sehr bekannt vor, nur stimmte die Sprache nicht und statt Wein/Kaffees gab es natürlich Tee. Diese Vertrautheit nach der langen Abwesenheit irritierte mich. Ich habe einfach nicht damit gerechnet, dass ich zurückkom...