Vive la France
Das erste Trimester ist tatsächlich mit dem morgigen Tag Geschichte. Damit liegt offiziell bereits 1/3 England hinter mir. Es ging so rasend schnell vorbei und doch blieben soviele Eindrücke an mir kleben. Ich habe das Gefühl noch nie so bewusste drei Monate erlebt zu haben. Dank der Hilfe von Bruce habe ich es gestern pünktlich geschafft meinen Trimester Essay in einem passablen Englisch abzugeben. Es bleibt abzuwarten was die Professoren vom Inhalt halten.
Den Haag
Die letzten drei Tage rannten nur so an mir vorbei. Ich habe immerhin 2 1/2 Tage in Den Haag verbracht. Dieser Studienausflug hatte letztlich mehrere positive und ein paar negative Auswirkungen auf uns alle. Es begann und endete erstmal ganz furchtbar: Ich musste fliegen! Der Hinflug war noch unter normaler Panik verbuchbar und mit etwas Ablenkung von Bea, meiner Zimmergenossin in den Tagen und neue Freundin, ganz passabel zu überstehen.
Der Rückflug jedoch begann mit einem persönlichen Desaster für mich. Die einzige Person die jemals zuvor mit mir fliegen durfte, wird sich dunkel erinnern, dass ich mich, sobald ich vom Rollfeld über Treppen in ein Flugzeug steigen soll, aufführe wie ein bockiges Kind. Leider wollte auch Amsterdam, dass ich über Treppen die Todesmaschine betrete. Bea und einen der Professoren hat es viel Geduld und Überzeugungsarbeit gekostet und mit dem letzten Aufruf zum Checkin durch die Stewardess betrat ich letztlich das grausige Monstrum. Ich war so zittrig, dass ich nicht mal fähig war meinen Ausweis oder die Bordkarte zu halten. Nachdem ich Bea und dem Prof fast die Hände gebrochen hätte, landeten wir schließlich sehr überraschend heil und unversehrt in Gatwick.
Der Aufenthalt in Den Haag verlief ohne größere Zwischenfälle für mich, aber mit einigen Katastrophen für andere. Unter anderem Hotelzimmereinbrüche und damit verbundene Diebstähle und Buchungen von falschen Rückflügen, bishin zu, im Gespräch mit einem Richter vom Internationalen Gerichtshof einschlafen. Ich hatte unglaublich spaßige Frauengespräche mit Bea und meiner anderen Zimmergenossin Burcu und habe mit beiden Mädels erste wirkliche Freundinnen gefunden.
Links von mir noch einmal Burcu und neben ihr die großartige Bea. Achja und die großartige Kulisse wird gestellt vom Internationalen Gerichtshof.Den Haag war für mich auch ein Berufswunsch Dejavu. Zu sehen wie diese vielen verschiedenen Internationalen Gerichtshöfe arbeiten war faszinierend und wieder einmal erinnerte es mich daran warum ich eigentlich hier bin. Es mag ein zu hoch gestecktes Ziel sein, aber ich denke immernoch, dass mir diese Robe mit dem Roten Schal verdammt gut stehen würde. Wobei ich mich zunächst mit einem Job als juristischer Referent zufrieden geben würde.
Good Bye Again
Nach diesen drei Monaten nun wird das außergewöhnliche zum wundervollen Alltag. Mittwochs ausgehen mit den Rugbydamen, Dienstags Treffen mit Bruce und ansonsten shoppen oder Bier trinken mit Burcu, Bea oder Tiffy. Nun habe ich in der Aufzählung das studieren ganz vergessen.
Wie auch immer, die Meisten wissen es schon und dennoch wäre dieser Blog ohne die Information unvollständig. Ich werde Brighton im Januar für 3 Monate verlassen um im Rahmen eines Erasmus Austauschprogrammes in Toulouse in Frankreich zu studieren. JA, ich kann immernoch kein Wort französisch und ja ich hatte immer das Prinzip nicht in ein Land zu gehen dessen Sprache ich nicht beherrsche, aber was solls!
Ich werde dort Teil eines vergleichbaren LL.M. Studienganges in dem alle Vorlesungen und Seminare in englischer Sprache abgehalten werden. Eine französische Studentin namens Charline wird dafür hier in Brighton meinen Studienplatz und meine Wohnung übernehmen. Es klappt mal wieder alles viel zu leicht.
Ich freue mich sehr auf die Zeit in Frankreich und bin gleichzeitig traurig Brighton vorerst zu verlassen. Gerade die Rugbyladys haben mir den Abschied nicht leicht gemacht. Doch ich weiß ich werde es nicht bereuen diesen Schritt zu wagen. Mögen mir die Franzosen auch das Leben deutlich schwerer machen als meine geliebten Engländer, so kann ich mich immernoch darauf freuen zurück zu kommen!
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