Bonjour...


Es hätte einen schlimmeren Start geben können, als sich mit einer süßen Französin einen Doppeltbett teilen zu müssen.
Ich bin auf jedenfall trotz des Wetters gut wieder auf dem Festland gelandet und wurde von Charline sogar mit dem Auto vom Flughafen abgeholt. Ihre, und nun meine, Mitbewohnerinnen Miriam und Elise sind genauso unglaublich sympathisch wie Charline und geben sich alle Mühe, dass ich mich heimisch fühle. Bis Donnerstag leben wir in dieser 4 Zimmerwohnung im 10. Stock eines 15 Etagen großen Neubaus zu viert. Ab Donnerstag Nachmittag nimmt Charline dann meinen Platz in England ein. Auch die beiden anderen Ladys verlassen mich bis Sonntag um ihre Freunde in aller Welt zu besuchen. Ich werde die Zeit nutzen um Toulouse besser zu erkunden.
Wir wohnen nah am Zentrum und so ist es nur ein 10 Minuten Fußweg zur Innenstadt. Mit Bus und U-Bahn braucht man 15 min zur Universität. Wenn man zur U-Bahn läuft ist es allerdings nur unwesentlich weniger, jedoch scheint Trägheit den Franzosen zu eigen zu sein.
Charline hat mich heute bereits den anderen Studenten aus dem LL.M. Studiengang vorgestellt, da heute das Treffen zum Start des Trimesters war. Ich habe eine Menge neuer Namen kennengelernt und unzählige Wangenküsschen verteilt. Dabei stellte ich fest, dass der Drei-Tage-Bart des Gegenübers echt schmerzhaft sein kann auf Dauer! Es gab jedoch leckeres Essen und unzählige anregende Verhöre. Unter anderem traf ich Jane. Sie wurde geboren in London und ihre Mutter ist Französin. Sie beherrscht also sowohl englisch als auch französisch perfekt und hat sich als Übersetzungshilfe angeboten.
Zu meiner Verwunderung halten mich hier alle für eine Britin. Selbst Jane war verwundert als ich erklärte, dass ich aus Deutschland komme und erst seit September in England lebe. Habe mich also schon gut getarnt!
Bisher kann ich nichts von einer Feindseligkeit der Franzosen bemerken, aber die Mädels nehmen mir auch noch die meiste Kommunikation ab. Bis auf die Begrüßung und das Auf Wiedersehen habe ich also noch nicht viel kommunizieren müssen.
Bisher geht es mir großartig hier. Ich werde ein Doppelbett haben! Charline macht also eindeutig einen schlechten Tausch. Die Wohnsituation zu England entspricht dem kompletten Gegenteil. Auch die Organisation der WG ist nicht vergleichbar. Hier teilen die Mädels anscheinend alles. Wir sitzen fast immer zusammen, es wird zusammen gekocht, zusammen eingekauft und zusammen Wäsche gewaschen. Nicht zu vergleichen mit der strikten Trennung der Kühlschrankbereiche und Küchenutensilien in Brighton. Mal sehen wie mir diese Art von Wohngemeinschaft gefällt.
Ich freue mich darüber hier zu sein und fühle mich fast einsam ohne meine Panik. Hoffentlich lerne ich schnell diese Sprache um wenigstens hin und wieder den Gesprächen um mich herum etwas folgen zu können, oder wenigstens auf die direkte Fragen an mich angemessen reagieren zu können. Wir werden sehen.

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