Frau sein

Ich habe euch Burcu ja bereits vorgestellt und seit meiner Zeit in Frankreich ist sie ja auch eine Leserin des Blogs. Ich hoffe ihr gefällt was ich schreiben werde, denn sie ist diesmal die Quelle der Inspiration.
England, und vor allem Brighton, lässt mich manchmal vergessen das Menschen unterschiedlich sind. Unterschiedlich beziehe ich dabei auf Hautfarbe, Herkunft, Religion und Kultur. Wenn ich über Menschen erzähle vergesse ich die Hautfarbe zu erwähnen und ernte dann iritierte Blicke und verwirrte Nachfragen wenn der Gegenüber erfährt das sowohl mein französischer Rugbytrainer als auch die Hälfte meiner Mitbewohner dunkelhäutig sind. Ich diskutiere frei und unverkrampft mit Arele über ihren Glauben und ihre damit verbundene Einstellung Homosexuellen gegenüber ohne sie dafür zu verurteilen.
Doch hin und wieder gibt es Gespräche, die mich doch erkennen lassen dass es Unterschiede in unserer kulturellen Herkunft gibt, die sich hier auf dieser neutralen Ebene nicht einschmelzen lassen. Dann empfinde ich Bewunderung für den Gegenüber und Dankbarkeit für meine Wurzeln.
Keine Frau die ich bisher kennengelernt habe musste sich bei Ihren Entscheidungen fragen welches Licht dabei auf Ihre Familie geworfen wird. Für Keine war Heiraten mehr als ein romantischer Gedanke, an dem in der Frage ob man den Namen annehmen würde die größte Herausforderung bestand. Nicht Eine musste darauf Acht geben, das die Beziehung zu Ihrem Freund nur in gewissem Maße öffentlich war genommen wird.
Sie trägt diese Last auf ihren Schultern und zerbricht doch nicht darunter. Sie arbeitet an ihrer eigenen Karriere entgegen der kulturellen Vorgaben. Sie denkt nicht mal daran ihren Freund zu heiraten nur des Status wegen. Doch zeitgleich sorgt sie sich um das Ansehen Ihrer Familie.
Burcu und ich gleichen uns kaum und wollen doch aus ganz unterschiedlichen Gründe dasselbe vom Leben. Ich habe mich irgendwann dafür entschieden das mein Leben so aussehen soll, habe dies als Ziel vorgesehen. Für sie hoffe ich das sie die Entscheidung die ihre Kultur ihr mitgegeben hat nie als Last empfinden wird.
Burcu, ich bewundere dich! Burcu, ben hayran kalmak sen!

Kommentare

  1. sie hat wohl mal deutsch gelernt. aber übersetzungsprogramme gibts doch überall ;)
    bisher gab es keine reaktion

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