Einfach Leben


Das vergisst man manchmal, wenn man zwischen zwei Entscheidungen festhängt und trotzdem die Zukunft planen soll.
Im Moment ist der Alltag ruhig, wenn auch nicht eingefahren. Das fehlende Rugbytraining wird am kommender Woche mit regelmäßigen Laufrunden zusammen mit Burcu ausgeglichen. Die Gute hatte sich von einem türkischen Freund zu Laufrunden von 2h jeden Tag in der Woche verheizen lassen und hatte da natürlich als Anfängerin bereits nach 2 Wochen keine Lust mehr. Ich hätte nicht mal eine Woche durchgehalten. Die Stunde die ich mit ihr 3 Mal die Woche laufen werde wird ihr wie Urlaub vorkommen.
Von Bruce habe ich nichts mehr gehört und das wird wahrscheinlich auch so bleiben. Doch auch hier hat sich ein Ausgleich in der wunderschönen Bea gefunden. Allein in der letzten Woche haben wir 4 Tage zusammen verbracht. Sie ist ein wirklicher Ruhepol als Gegensatz zu den aufgedrehten Rugbymädels. Es ist einfach entspannend in ihrer Nähe zu sein, mit ihr über englische Politik, Jura oder auch einfach nur Männer zu reden.
Den Rugbydamen werde ich übrigens zukünftig privat etwas aus dem Weg gehen müssen. Dieser lesbische Haufen hat ein Eigenleben entwickelt in dem ich einfach keine Rolle spielen möchte. Die machen mir Angst! Ja liebe Männerwelt, Lesben können seeeeeehr beängstigend sein.
Bis auf drei Ausnahmen wird sich der Kontakt wohl alsbald verflüchtigen. Ich bin eben doch prüde und kann mit offensiven Sexgeständnissen während ich mein Abendessen zu mir nehmen möchte nur schwer umgehen.
Die Gesprächsthemen sind meist recht eingefahren und auch die Persönlichkeiten machen einen auf mich recht eingeschränkten Eindruck. Eine der Damen erzählte doch ganz beiläufig, dass sie nicht die Telefonnummer eines Mannes in ihrem Telefon hat. Andere Themen als das letzte Saufgelage und wer- mit wem - zu welcher Zeit - wo - im Bett gelandet ist existieren nicht. Vielleicht liegt es daran das die meisten noch so jung sind. Vielleicht ist das eine Eigendynamik die die Frauensportteams hier haben, ich werde es wohl nicht erfahren.
Fakt ist: Ich fühle mich unwohl in der geballten Frauensportlermenge und so wird unser Jahresabschlussessen morgen Abend wohl die letzte Gelegenheit sein das gesamte Team zu sehen. Thema des Abends ist "Disney". Mal sehen welches Kostümschnäppchen sich machen lässt.
Im Studium ist dieses letzte Trimester vollkommen vorlesungsfrei. Hin und wieder werde/muss ich mich um ein Treffen mit meinem Supervisor bemühen, aber das ist auch schon die einzige terminliche Verpflichtung. Als Belohnung für meinen Frankreichaufenthalt darf ich noch einen zusätzlichen Aufsatz schreiben, welcher am 17.05. abgegeben werden muss. Noch nicht ein Wort von abzugebenen 5.000 ist geschrieben, aber was solls.
Ich bin generell recht antriebslos und unmotiviert derzeit, da mein Kopf einfach keinen Weg aus dem Entscheidungswirrwarr findet. Wenn ich die reinen Vorzeichen die sich hier gerade ergeben deute, will England das ich bleibe. Für wenigstens 2 weitere Jahre. Doch obwohl ich die Vorstellung großartig finde hier zu leben bleiben die Begeisterungsstürme aus.
Mein Bauch schweigt beharrlich und mein Kopf denkt sich tot. Ich schlafe seit Wochen schlecht und bin tagsüber übermüdet. Bea und meine Mutter sind sich ohne sich abgesprochen zu haben einig, dass eine Pro-Contra Liste weiterhelfen würde. Ich bin wieder mal KA-Anne und beschimpfe mein sonst so verlässliches Bauchgefühl wegen seiner Abwesenheit.

Sollte dies die erste Entscheidung in meinem Leben werden, die ich rational mit dem Kopf fällen muss? Eindeutig kein gutes Vorzeichen!

Kommentare

  1. würdest du das auch noch sagen, wenn du auf einmal eine Bauchentscheidung treffen müsstest ;)

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  2. Aus Erfahrung kann ich dir sagen: am zuverlässigsten in solch einer Situation funktioniert immer Schnick-Schnack-Schnuck.
    Wir haben für alle Fälle für Juli Flüge gebucht und bringen Lose mit. Ja?

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  3. das ist ein super plan! :) Freu mich auf euch! :*

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